Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung (Kurs 16)

Beginn:
12.03.2018
Ende:
01.07.2020
Kurs-Nr.:
16
Kosten:
3600,00 EUR pro Platz
Ort:
Institut Trauma und Pädagogik, Mechernich-Firmenich

Inhalte des Seminars

Qualifizierte Weiterbildungsreihe nach den Empfehlungen der DeGPT und des Fachverbandes Traumapädagogik

In der sozialen Arbeit werden zunehmend Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut und beraten, deren Lebenswege durch traumatische Begebenheiten und Erlebnisse geprägt sind. Um mit dieser (neuen) Herausforderung umzugehen, braucht es fachliche Grundlagen zur Traumazentrierten Fachberatung und Traumapädagogik.

Die Weiterbildung vermittelt grundlegende Kenntnisse aus der Psychotraumatologie, der Neurobiologie, der Bindungs- und Traumaforschung sowie der Traumapädagogik. Sie ist systemisch orientiert und beschäftigt sich mit professionellen Handlungsoptionen sowie pädagogischen Prozessen in der Arbeit mit traumatisierten Menschen und deren Lebensbezügen. Die Weiterbildung ist praxisorientiert und richtet den Fokus auf die konkreten Arbeitsfelder der TeilnehmerInnen. Sie vermittelt Wissen sowie Methoden und erweitert die Reflexionsfähigkeit für den Umgang mit komplexen Situationen im pädagogischen und beraterischen Alltag. Sie bezieht die Wirkung der Sekundären Traumatisierung und der Mitgefühlserschöpfung mit ein und übt das ABC der Selbstfürsorge.

Besonderer Wert wird auf die Verbindungen und Wechselwirkungen der Themen, Traumaprozesse und Traumadynamiken gelegt. Dennoch: Im Fokus steht der Mensch – mit dem wir arbeiten – und wir selbst als Teil des Prozesses. Die Weiterbildungsreihe findet in einer annehmenden und angenehmen Atmosphäre statt, Humor und Wertschätzung unterstützen bei der Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf zwölf bzw. sechzehn begrenzt. Damit wird eine hohe Übertragbarkeit in das eigene Arbeitsumfeld und intensives Lernen über und mit Hilfe der Gruppe ermöglicht.

Zielgruppe

Fachkräfte in pädagogischen, psychosozialen, medizinischen, pflegerischen, geburtshelfenden, seelsorgerischen und anderen helfenden Berufen mit Berufserfahrung und ausreichender psychischer Stabilität.

Umfang der Weiterbildung

Die Weiterbildung setzt sich aus 8 Modulen (je 3 Tage) zusammen, deren Inhalte sich an den Richtlinien der DeGPT und BAG Traumapädagogik orientieren. Die Module bauen aufeinander auf und greifen ineinander. Ergänzend zu den Modulen treffen sich die TeilnehmerInnen in festen Peergruppen. Für einen qualifizierten Abschluss ist die Teilnahme an allen Modulen, den Peergruppentreffen und Supervisionen erforderlich.
Während der zweijährigen Weiterbildung sollen sich die TeilnehmerInnen auch ausserhalb der Module in ihren beruflichen Bezügen die traumapädagogische Haltung zu Eigen machen und die Inhalte der Module aktiv trainieren. Die vermittelten theoretischen Grundlagen der Module sind eigenständig über das Studium von Fachliteratur zu vertiefen.

Teilnahmevoraussetzungen

TeilnehmerInnen, die eine Bescheinigung nach den Richtlinien der DeGPT und des Fachverbandes Traumapädagogik möchten, benötigen die Zulassungsvoraussetzungen dieser Dachorganisationen (siehe www.degpt.de). Voraussetzung für die Teilnahme an der Weiterbildung ist ein Vorgespräch mit der Instituts-Leitung.

Ort der Veranstaltung

Institut Trauma und Pädagogik, Mechernich-Firmenich

Termine

Modul 1: 12. – 14.03.2018
Modul 2: 27. – 29.06.2018
Modul 3: 05. – 07.11.2018
Modul 4: 04. – 06.02.2019
Modul 5: 17. – 19.06.2019
Modul 6: 07. – 09.10.2019
Modul 7: 03. – 05.02.2020
Modul 8: 25. – 27.05.2020

Inhalte der Weiterbildung

 

Einführung in die Psychotraumatologie | Modul 1

• Einführung in die Psychotraumatologie
• Einführung in die Themen der Transgenerationalen Traumatisierung
• Einführung „Psychische Traumatisierung und deren Folgen“
• akute und chronische Folgen psychischer Traumatisierung
• Physiologie psychischer Traumatisierung (Neurobiologie, Neurophysiologie usw.)
• Frühe Kindheitstraumata und deren Folgen
• Kennenlernen der TeilnehmerInnen untereinander
• praktische Übersetzung der Inhalte anhand von Methoden


Traumapädagogik und Traumafachberatung | Modul 2

• Traumapädagogik und Traumafachberatung
• Einführung in die Traumapädagogik
• Grundlagen der Traumafachberatung
• Konzepte der Traumapädagogik
• Basisstrategien traumazentrierter Pädagogik, Beratung und Therapie
• Ressourcenorientierte Traumapädagogik
• Methoden und Übungen zu den traumapädagogischen Standards der BAG
• Institutionelle Bedingungen traumaspezifischer Arbeit
• die Rolle von Sicherheit, Pädagogik des sicheren Ortes
• Humor und Trauma
• Arbeit am Selbstkonzept
• Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biographie und Gegenwart
• Supervision


Bindung und Trauma | Vertiefung Pädagogik und Trauma | Modul 3

• Bindung und Trauma | Pädagogik und Trauma (Vertiefung)
• Bindungsmuster, Bindung und Trauma
• Bindungsorientierte Pädagogik
• Traumadynamiken und -netze erkennen und verstehen
• Formen der Traumatherapie
• Trauma, Krieg, Flucht und Migration
• Supervision in zwei Gruppen
 

Ebenen der Stabilisierung | Modul 4

• Individuelle und milieuspezifische Stabilisierung | Ebenen der Stabilisierung
• Körperliche Stabilisierung
• Soziale Stabilisierung
• Psychische Stabilisierung und Affektregulation
• Einüben traumazentrierter Grundhaltungen und Beziehungsgestaltungen in den jeweiligen Arbeitsfeldern der TeilnehmerInnen
• Supervision in zwei Gruppen

 
Selbstfürsorge | Modul 5

• Praxis und Reflexion - Das ABC der Selbstfürsorge | Sekundäre Traumatisierung und Mitgefühlserschöpfung
• Grundlagen Sekundäre Traumatisierung, Resilienz, Salutogenese
• Das ABC der Selbstfürsorge
• Reflexion der eigenen Rolle
• Einübung traumazentrieter Grundhaltung
• Wie wirkt sich Traumaarbeit aus?
• Selbsterfahrung/Supervision
• Eigene Kraftquellen/Ressourcenrad
• Erkennen und Reflexion eigener emotionaler Reaktionen und Handlungsmöglichkeiten
• Traumaspezifische Beziehungsdynamiken


Traumapädagogisches diagnostisches Fallverstehen | Modul 6

• Einführung in medizinische und sozialpädagogische Diagnosemöglichkeiten
• Grundlagen Traumazentriertes Fallverstehen und Traumapädagogische Diagnostik
• EMIL - Evaluationsmodell für Interventionen und Lösungen (nach Hanswille und Kissenbeck)
• Fallanalysen und Psychosozialer Diagnoseprozess
• Methoden für die pädagogische und beratende Arbeit
• Methoden und Funktionen der Biografiearbeit
• Umgang mit Triggern und Flashbacks
• Unterschiede, Schnittstellen und Kooperationen in der Traumaarbeit zwischen Psychotherapie, Beratung und pädagogischen Arbeitsfeldern unter Berücksichtigung der Traumadynamiken


Traumaverarbeitung: Unterstützung und Begleitung von Traumaverarbeitungsprozessen | Modul 7

• Strukturelle Dissoziation
• Traumaspezifische Kriseninterventionen bei dissoziativen Zuständen, selbstschädigendem und suizidalem Verhalten
• Traumadynamiken im Team und in der Einrichtung
• Resiliente Führungs- und Einrichtungskultur, achtsame Organisationskultur
• Begleitung im Prozess der Integration und Neuorientierung: Trauern, Abschiednehmen, Sinnfragen, Erwerb und Nutzung neuer Fertigkeiten
• Projekt- und Fallvorstellungen
• Zertifizierung und Abschluss der Weiterbildung


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